Teil 3:

 

Tag X - X:

Tag X-X heisst, ich weiss gar nicht mehr genau was für ein Datum, was für einen Tag wir haben, und es ist zu mühselig, nachzuschauen, da es hier oben-draussen eh keine Relevanz hat. Dafür kenne ich genau meine Tzampa- und Wasserreserven...

...anstatt Nord-Westlich in Richtung Qinghai-Plateau zu radeln bin ich aufgrund gesperrter Gebiete und aus Intuition vollständig von meiner Planung abgewichen, habe einen von Tibetern empfohlenen, auf Karte und Garmin nicht verzeichneten Trail genommen und habe genau wegen dieser Entscheidung, vom geplanten Weg abzuweichen wenn es die inneren und äusseren Signale empfehlen, die bislang schönsten und beeindruckendsten Tage der Reise erleben dürfen. 

So sitze ich jetzt weitab ursprünglicher Planung am Abend irgendwo in Ost-Tibet "in the middle of nowhere" in einem kleinen friedlichen und freundlichen Guesthouse, esse noch ein paar eingelegte tibetische Früchte und trinke ein Fake-Tuborg-Bier, nachdem ich viele Stunden mit jungen Tibeter/Innen zusammen gesessen habe und Tzampa, Yak-Joghurt, Yak-Fleisch, und Momos gegessen habe und mir den leckeren Buttertee habe schmecken lasse. Draussen schneit es und ein starker Wind pfeift, auf der Strasse ist mittlerweile eine geschlossene Schneedecke entstanden. Es ist das typische schöne Winter-China-Gefühl, nur mit T-Shirt in einem immer irgendwie überheizten Raum, draussen die dick eingepackten Einheimischen, aus anderen Zimmern durch dünne Wände hört man lautes und lebendiges asiatisches Stimmenwirrwar (es ist alles genauso wie ich es schon vor fast 30 Jahren im chinesischen Winter so sehr geliebt habe), irgendwo von der Strasse schallt laut tibetische Musik. Von den tief berührenden Gesprächen (die noch viel häufiger als bei früheren Reisen zwangsläufig geführt werden, wenn das Vertrauen entstanden ist - vielleicht hat es auch mit meinem Alter zu tun), berichte ich erst in Deutschland genaueres. Nur so viel: Um einen der jungen Tibeter zu trösten, habe ich erzählt, dass Griechenland 400 Jahre unter türkischer Okkupation leiden musste und jetzt frei und glücklich ist (das zweite war etwas geflunkert). Der kurz nachsinnende Tibeter sagte in etwa: "...oh je, noch 7 Leben..."


So folgten weitere schöne und unvergessliche Tage mit einem nirgendwo verzeichneten Rest-Kloster mit Zeugnissen der furchtbaren Zerstörung (dazu mehr erst in Deutschland). Ich bin unendlich dankbar, dass ich dies - auch wenn es so sehr traurig ist und weh tut - erleben durfte, und auch da macht eben alles Sinn...Dann in dieser unfassbar schönen unendlichen Weite des Hochlandes mit tausenden Yaks soweit das Auge reicht, mit tausenden piependen Murmeltieren, mit wilden Hochgebirgsziegen, mit frei umherziehenden Pferden (ich hätte weinen können vor Glück und tiefster Anrührung), erspähte ich in der Weite des Hochlandes eine grosse Ansammlung an Tibetern mit vielen Pferden, zu denen ich über festen Hochlanduntergrund radelte. Vor mir erblickte ich eine Art festen Trail dem ich mich jetzt näherte, um leichter zu der Menschenansammlung zu gelangen, die mir so einladend und gemütlich erschien. Kurz vor Erreichen des "Trails" nahm ich plötzlich aus dem Augenwinkel links herangallopierende Reiter wahr und konnte noch gerade rechtzeitig vermeiden, auf einer Pferderennbahn weiterzuradeln. (ich bin mal auf die Videoaufzeichnung gespannt...)

Die Tibeter hatten ihren Heidenspass mit mir und ich verlebte noch 3 fröhliche Stunden bei einem tibetischen Reiterfest irgendwo "in the middle of nowhere", das ich so bislang noch nie miterleben durfte...(ich sag ja, perfekte Tage, die nur möglich wurden, weil ich an keinem Plan festgehalten habe - das ist der tibetische und von der alten Bön-Kultur geprägte Schicksalsbegriff: Dein Schicksal ist nicht determiniert, aber wenn Du loslässt, alle Gefühle als gegeben annimmst und Zeichen richtig deutest, dann kannst Du Deinen "bestmöglichen (Schicksals)Weg" erreichen. Diesem Denken nach ist mir genau das wohl ein Stückweit geschenkt worden. 

Wie ein zwanghaft abendländisch-wissenschaftlich denkender Mensch jetzt darüber denken, analysieren, interpretieren, deuten und urteilen würde, ist mir - glaubt mir Freunde - so was von egal! Ich bin glücklich und unendlich dankbar, das hier draussen erleben, erfahren und fühlen zu dürfen!!!!!!!

Tage später blieb ich immer noch glücklich, dankbar und fühlte mich eins und verbunden mit dem Hier, Jetzt, So und Da, obgleich ich, oder vielleicht weil ich, noch einen kalten Schneetag hoch zu einem Pass mit Traumblick vor mir habe...

Ich sitze im T-Shirt im meinem wohlig überheizten Guesthouse-Zimmer, draussen schneit es immer noch so wunderschön, eine phantastische Winterlandschaft in the middle of nowhere, sicherlich habe ich Zelttage im Grasland vor mir, vielleicht werde ich in Xiahe eintreffen, auf alle Fälle bin ich sehr glücklich und dankbar und ich lass mich gerne vom möglichst besten Schicksalsweg überraschen....

....ich schliesse mich der Aussage von Heike Pirngruber (www.pushbikegirl. com), die seit fast 6 Jahren mit dem Rad unterwegs ist, an:
"Es ist einfach genial hier draussen"

 

 

Teil 4:

 

...ich sitze im Hotelzimmer im 12. Stock eines Hotels in Lanzhou mit Blick über Lanzhou Downtown und habe bereits erste Probleme, mich wieder auf die Komfortzone einzulassen.

Eigentlich bin ich jetzt gerade so richtig in Fahrt gekommen, einfach weiteradeln wäre aktuell viel einfacher gewesen als anzuhalten.

Andererseits ist mir wohl bewusst, dass jede Woche Weiterradeln eine Rückkehr in die Komfortzone schwieriger macht (nach der langen Reise 1995 hatte ich fast ein Jahr benötigt, um in Deutschland wieder halbwegs Fuss zu fassen), Langzeitradler (>1Jahr) überschreiten dann ja meist irgendwann einen ungeplanten "point of no return" = und wie man bei Heinz Stücke sieht, ist der Preis am Ende sehr hoch (Heinz Stücke ist 2014 nach 52 Jahren auf dem Rad als 74jähriger mittellos nach Hövelhof zurückgekehrt - Infostand von 2014!! - eigentlich ist es schwer vorstellbar wie Heinz Stücke an einem Ort verweilen kann...Lebt Stücke noch?, oder ist er wieder on the road??) Aktuell der am längsten gereiste und noch radelnde Solo-Cyclist ist der Japaner Danube mit 22 Jahren Reise, unter den wenigen Frauen ist es die Heidelberger Photographin Heike Pirngruber mit knapp 6 Jahren on the road, die gerade in Mexiko unterwegs ist und sich ganz aktuell von Schwalbe neue Reifen hat schicken lassen (TIP: super Website: www.pushbikegirl. com).

Ich habe Xiahe 2 Tage später verlassen als geplant, da für zwei Tage eine sehr hohe Präsenz vieler schwarzer Geländewagen mit schwarz getönten Scheiben mit jeweils 4 schwarz gekleideten Chinesen mit dunklen Sonnenbrillen zu verzeichnen war. (Das ist kein Witz, die chinesische "Staatssicherheit" ist tatsächlich noch genau so "unauffällig" wie vor 22 Jahren). Zwar war nur die Südwestliche Richtung (zu Klöstern) versperrt, und meine Weiterfahrt ging nach Nordwesten, aber ich wollte mit meinem Fahrrad auch auf keinen Fall meine Gastgeber in irgendwelche Schwierigkeiten bringen. Da vor meiner Herberge gleich drei solcher Wagen standen, habe ich lieber in Ruhe abgewartet, bis nur noch ein Wagen in einiger Entfernung geparkt war. (Diese Sperrungen insbesondere in Mai und Oktober sind allerdings nicht besonders aussergewöhnlich, sondern eher die Regel...)

Es folgten nun zunächst wieder ein Anstieg und einige Pässe, um ins höhere t...... Grasland vorzudringen. Die dann folgende Hauptroute gen Westen aus T.... heraus versprach allerdings keine Besonderheiten ausser vielleicht viele Trucks, also vertraute ich zum zweiten Mal einem Tip der Tibeter, die mir (auf ihre Weise) eine in Karten (inklusive Garmin) nicht verzeichnete unpaved road empfahlen. Die Zufahrt zu diesem Weg war leicht zu finden, da die letzte kleine Siedlung am Eingang zu diesem Gebiet im Garmin noch verzeichnet war. Ich befand mich jetzt am Rande eines riesigen Graslandtals; schon von weitem bei der Querung des Tals hatte ich diese unglaublichen Berge wahrgenommen, riesige Felswände, die das Tal gen Nord-Osten einschlossen. Es war mir ein Rätsel, wo es hier einen fahrbaren Weg in Richtung China geben sollte.

Eine alte Frau in der Siedlung schien mir aber (so interpretierte ich jedenfalls ihre Gesten) die Durchfahrtsmöglichkeit des Weges zu bestätigen. Ich hatte geschätzte 40-70 km unbekannten Weges vor mir, aber auch genügend Nahrungsreserven um im Notfall alles wieder zurückfahren zu können. Die T...... hatten mir gesagt, ich müsse bei Abzweigungen immer nur dem grösseren Weg folgen, insofern schien das ja völlig easy zu werden....

Ein wenig mulmig war es mir dann aber doch, nachdem ich viele Kilometer zwischen riesigen Felswänden hindurchgeradelt war und der Positionspfeil im Garmin meine gefahrene Spur auf einer völlig weissen Fläche hinterliess. (das war jetzt also der berühmte weisse Fleck auf der Landkarte...).

Der Weg führte durch zahlreiche miteinander verbundene Canyons, lange waren die Abzweigungen eindeutig, da einer der beiden Wege jeweils unverkennbar der grössere war....bis auf einmal: so sehr ich mich auch bemühte, die t....... Definition von "grösser" zu erfassen, für mich schien die Entscheidung zum Lotteriespiel zu werden....

wäre da nicht zufällig ein T..... auf seinem Pferd vorbeigeritten gekommen, der auf Nachfrage eindeutig auf den linken Weg zeigte und dem ich jetzt hinterherfahren konnte, bis er in unwegsames Gelände abbog und winkend verschwand. Hier gelangte ich in einen ganz engen Canyon entlang eines kleinen Baches, auf beiden Seiten ragten steil die Felswände in den blauen Himmel, als sich plötzlich ein Panorama eröffnete, so wunderschön wie ich es nur selten in meinem Leben gesehen habe.

Nach den schier endlosen Weiten des Graslandes plötzlich dieses Naturpanorama - es war wirklich überwältigend und ich habe mir gesagt, selbst wenn ich am Ende alles wieder zurückradeln muss - dieser eine Moment war es zigfach wert! (Das Photo von dieser Stelle werde ich mir zu Hause ausdrucken, da es mir exemplarisch für die ganze Reise steht: Planung loslassen, offen sein, einfach vertrauen, seiner Intuition folgen - nur dann, und genau nur dann wird einem DAS vom Leben geschenkt!!)

So radelte ich immer weiter und fast ausschliesslich bergab, es wurde wärmer und wärmer und nach dem Verstauen zunächst der Daunenjacke, dann dem Winter-Langarmhemd, öffneten sich auch zunehmend die Canyons; ich genoss die Mittagspause an einem kleinen rauschenden Bach in der heissen Sonne, lauschte dem Gesang der Vögel und lies mir den kühlenden Wind durchs Gesicht streichen, fröhlich singende T...... auf ihren Pferden und arbeitsam auf ihren kleinen Feldern winkten mir freundlich zu, und dann, viel zu schell und viel plötzlich, hatte ich T.... verlassen:

Aus den Schluchten kommend mündete mein Weg an einer grossen Fabrik an einer chinesischen Hauptstrasse, ich hörte keine Vögel mehr, kein Rauschen des Baches, kein fröhliches Lachen der T......, sondern metallenes Hämmern der Fabrik und das laute Rattern der vorbeibrausenden Trucks....

Ich dachte bei mir, dass diese Fabrik und all diese Trucks doch wohl unsere Komfortzonen auch in Deutschland herstellen - aber war denn nicht eigentlich das, wo ich gerade herkam, die Komfortzone gewesen??...am liebsten wäre ich gleich umgekehrt, so brutal wirkte der Kontrast.

...Gott sei dank aber machten es mir die Chinesen leicht, die sehr offenherzig und hilfsbereit waren (und sind) und plötzlich hatte ich es auch nur noch mit hilfsbereiten, mich anfeuernden Polizisten zu tun, jetzt, wo ich im Kernland Chinas angelangt war.

Um dem Truck-Verkehr auszuweichen wählte ich fast ausschliesslich kleine Nebenstrassen, um mich so im Zickzackkurs Lanzhou zu nähern: Das hatte zwar Vorteile, hielt aber auch ein paar besondere Überraschungen bereit (derentwegen ich ja Tourenfahrer bin - Trainieren und Kilometer bolzen kann ich ja zu Hause machen...). Zum einen folgten wieder unzählige Tunnel, aber ich hab irgendwann aufgehört sie zu zählen und hab mich auch tatsächlich dran gewöhnt. Zum anderen gab es weitere Überraschungen:

Ich hatte eine längere Abfahrt zu einem riesigen Stausee des Gelben Flusses gewählt um dort eine Fähre zur anderen Seeseite zu nehmen, als ich schliesslich Kilometerlang eine Strassenbaustelle durchfahren musste und mich böse Vorahnungen beschlichen. Am "Hafen" angekommen, machten mir die wenigen Bewohner der paar Häuser schnell unmissverständlich klar, dass der Fährbetrieb erst im Juni nach Fertigstellung der gerade erst begonnenen Infrastruktur-Baumassnahmen wieder eröffnet würde. Man konnte anhand der vielen Bodenplatten den gewaltigen Umfang der Hafenerneuerung und der Baumassnahmen gut erahnen und ich fragte einen herbeigekommenen Ingenieur noch ungläubig, ob Juni diesen Jahres gemeint sei, das seinen ja nur wenige Wochen. Aber der nette Ingenieur meinte, das sei doch schnell gemacht, sie seien sogar 1 Woche im voraus...(ich habe mich zwingen müssen, nicht über deutsche Infrastruktur und Baukompetenz nachzudenken...allerdings glaube ich, dass sich die Marginalisierung Europas auch schon ziemlich in der Welt rumgesprochen hat...)

Aber dank des netten und sehr gut Englisch sprechenden Ingenieurs fand sich dann auch eine Lösung für mein Problem auf die andere Seeseite zu gelangen:

Ein Schnellboot!

Also, erst dachte ich ja, "hey, das Boot sieht ja fast so aus wie ein Schnellboot". Es war so klein, dass mein Rad aussen mit Hilfe meiner drei Gummi-Gepäckseile "provisorisch" befestigt werden musste, ich hatte mich mit dem Gepäck in den kleinen Innenraum gezwängt. (Nur zur Erinnerung: Am wohlsten ist es mir eigentlich auf dem Rad sitzend, mit Booten hab ich es nicht so...). Es war ordentlich windig, das andere Ufer nicht zu sehen und der Wellengang war für meinen Geschmack auch ein bisschen zu stark. Ich dachte noch, gut das ich etwas Proviant mit hab, falls die Bootsfahrt laenger dauert...

 

....da war ich noch ganz relaxed und freute mich auf eine nette Bootsfahrt...,dann fuhr die Bootsführerin los, gerade vom Ufer etwas entfernt gab sie Speed, und: es war wirklich ein Schnellboot!

Durch den Wellengang klatschte das Boot mit lautem Getöse auf die Wellen und ich traute mich kaum zum Fahrrad zu blicken, das ich mittlerweile sicher auf dem Grund eines chinesischen Sees liegen sah. Schnell noch schaltete ich meine Action-Cam ein, um die letzten Momente meines treuen Idworx OR Baujahr 2007 aufzuzeichnen, nachdem die Bootsführerin mir verdeutlicht hatte, dass sie bei dem Wellengang eine Mindestgeschwindigkeit fahren müsse. Physikalisch leuchtete mir das irgendwie ein und ich hatte gerade begonnen, über die Lebensdauer eines Idworx und von Schwalbereifen in 200 Meter Tiefe in einem chinesischen Süsswassersee nachzusinnen, als endlich das für mich rettende Ufer in Sicht kam...nie wieder Schnellboot fahren, und überhaupt sind mir Boote jetzt besonders suspekt geworden...:)

...aber der Fisch in dem kleinen Hafenrestaurant war köstlich...

Es war mittlerweile so warm, dass ich teilweise kurzarmig fahren konnte und locker die doppelte Tages-Distanz als geplant radelte (140 anstelle von 70 km). 2Tage zu früh nahm ich also meine letzte Etappe in Angriff, lockere knapp 80 km welliges Profil mit einem 500 HM Anstieg lagen vor mir. Ich hatte mir wie immer eine kleine Nebenstrasse ausgesucht, 500 Meter rauf, durch einen dunklen Tunnel, auf der anderen Seite wieder runter, immer abwechselnd Teer und Sand-Schotter-Piste. Eine fast öde, staubtrockene bergige Landschaft, die daran erinnert, dass nur rund 130 km entfernt bereits Gobi- und Quaidamwüste beginnen. Nach 200 HM Abfahrt dann die "obligatorische" Baustelle, die mich erneut nichts gutes ahnen liess. Tatsächlich war die Weiterfahrt völlig ausgeschlossen, da ein Erdrutsch in diesem steilen Gelände die Strasse unpassierbar gemacht hatte. Also alles wieder zurück (knapp 80 km Umweg!) und die Hauptstrasse in Richtung Lanzhou radeln. Heisst, wieder bergauf, aber diesmal nur 300 HM und dafür 3 lange Tunnel, und dann Schussabfahrt gen Osten. Eigentlich wollte ich unterwegs übernachten, aber die Schnellstrasse nach Lanzhou immer leicht oberhalb des Gelben Flusses entlang hatte jetzt angesichts des idealen Fahrradwetters meinen Sportsgeist geweckt und ich brachte ordentlich Druck auf die Pedalen, um (30 km vor der City) in Lanzhou auf einen typisch chinesisch grosszügigen Radweg einzumünden (Typische Breite (!!) der chinesischen Radwege ist ca. 3-10 Meter, vom Autoverkehr mit Barrieren und Bepflanzungen sicher abgetrennt, ein Radfahrerparadies!) und - immer noch recht früh am Tag - nach 160 km ein Hotel in Lanzhou-Downtown zu erreichen.

Lanzhou hat sich von einer dreckigen 1-Millionen-Stadt (1995) zu einer richtig tollen, sauberen und kreativen 3,6-Millionen-Metropole
gewandelt, die mich tatsächlich an NY oder Barcelona erinnert. Das einzige Problem (neben den bereits recht hohen Preisen) hier ist, dass das Essen so vielfältig und so unglaublich lecker ist, das ich fürchte, die kommenden Tage nichts anderes mehr zu tun, als mich durch die ganzen Kulinaria aus ganz China und der ganzen Welt durchzuprobieren. Dazu jede nur erdenkliche Biersorte und Musik aus West und Ost (also ganz und gar nicht mehr so Sino-zentristisch wie vor 22 Jahren) und nette, sehr gut Englisch sprechende junge Chinesen, offen, neugierig und wissbegierig...

Eine richtig, richtig coole Stadt!

Ja, liebe Freunde, so geht die Reise zu Ende, 1 Woche Lanzhou werden wohl schnell vergehen (Essen, Trinken, Sightseeing, Gepäck per Post verschicken, Radkarton suchen...), aber ich kann schon jetzt mein Fazit ziehen:

Es war die beste Solo-Kurz-Radtour in meinem Leben und die Planung für eine nächste kann dann ja schon bald beginnen, immer nach dem Motto:...nach der Reise ist vor der Reise...
 

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© Karsten Wolf